Druckgefühl im Beckenboden

Nach Schwangerschaft und Geburt leiden 75% aller Frauen unter einer Inkontinenz . Ein Thema, welches immer noch ein Tabuthema ist. Wem ist es denn angenehm, über Urinverlust, oder anderen, intimen Problemen offen zu sprechen? 
Oftmals hört man nach dem zweiten oder dritten Kind den Spruch: „Das ist doch ganz normal!“.  Schade, denn egal in welchem Alter, mit egal wie vielen Kindern man ist, es ändert sich nichts an der Tatsache, dass dein Beckenboden eine muskuläre Einheit ist, die mit gutem Training gekräftigt werden kann.
 
Der Beckenboden hat viele Aufgaben, eine davon ist es dein Becken zusammen zu halten, Schmerzen im Beckenring, im Bereich deiner Hüfte oder Leiste können Anzeichen dafür sein, dass dein Beckenboden überlastet ist. Denn egal ob du liegst, sitzt oder stehst, dein Beckenboden arbeitet im Alltag mit, denn er ist für alle alltagsspezifischen Haltungen und Bewegungen die prozentual aktivste Muskelgruppe. Er hält Urin, wenn deine Blase voller wird, er unterstützt dich beim Sitzen, Gehen oder Stehen. Und weil das so ist, arbeitet er den ganzen Tag wie er nur kann. Bereits in der Schwangerschaft muss er dann mit dem immer schwerer werdenden Gewicht von Baby, Gebärmutter und Fruchtwasser klar kommen. Kurzum: der wie eine Hängematte aufgehängte Beckenboden wird gedehnt, der Muskel wird in sich länger. Klar, dass es da nach der Geburt zu einer Stressinkontinenz kommt.
 
Bei Überlastung legst du dich am besten hin. Empfehlenswert ist es, dein Becken mit einem Kissen hoch zu lagern, so rutschen die Organe wieder etwas zurück und dein Beckenboden wird entlastet. Auch das hochlegen der Beine mit einem Kissen sind hier von Vorteil: Inkontinenz Gebärmuttersenkung Beckenboden Prävention
 
Nach der Geburt merkt man eine Überlastung des Beckenbodens meistens zu spät, nämlich dann, wenn das Druckgefühl oder sogar das Fremdkörpergefühl bereits da ist. Höchste Zeit, mindestens zwei Gänge im Alltag zurück zu schalten, denn dein Körper hat gerade alle Alarmglocken auf rot! Dein Beckenboden braucht dringend die Möglichkeit der Entspannung!
 
Um deinen Beckenboden sanft aus dem gestressten Zustand zu kräftigen liegst du am besten im abgesenkten Vierfüssler auf einer Matte. Deinen Kopf kannst du seitlich ablegen, oder dir ein kleines Kissen unter legen. Deine Knie stehen Hüftbreit zum Becken und dein Fußrücken ruht entspannt auf dem Boden. Schultern und Nacken sind entspannt. Lasse deinen Atem, durch die Nase ein, durch den Mund aus, ruhig fließen. Atme bewusst bis zum Beckenboden hinein und konzentriere dich auf deine Atmung. Beim Ausatmen schließt du sanft deine Körperöffnungen, ziehst Schambein und Steißbein von innen zusammen und lässt deine Sitzbeinhöcker mit lockerem Po zueinander finden. Stelle dir an diesen vier Punkten ein Band vor, welches sich nach oben Richtung Herzen zieht. Sobald du wieder einatmen musst, warte ruhig auf den Impuls, lässt du dies wieder los. Wiederhole diese Übung sooft, wie du magst. Fällt es dir schwer, so mache sie noch öfters. Stressinkontinenz Schwangerschaft Geburt Mamafitness
 
Diese Übung ist für den Start eines gestressten Beckenbodens gut geeignet, da in der Organrutsche keine doppelte Last auf der Muskelplatte liegt. Steigere dein Training sorgsam und geb auf dich acht.
 
Der Beckenboden findet bislang leider wenig Beachtung in der Prävention der Krankenkassen. Dabei ist Training und Bewegung ein wesentlicher Bestandteil und zentraler Inhalt bei Behandlungen von Inkontinenz. Regelmäßige Bewegung ist Bestandteil unseres Lebens, leider wird bei einer Inkontinenz oft darauf verzichtet.
 
Spezifische Übungen zur Beckenbodenaktivität fördern das neuromuskuläre Zusammenspiel und dadurch zu einer verbesserten Aktivität - diese hilft dann für Kontinenz und das unabhängig vom Alter! Auf kurz oder lang hilft dir ein Kursformat, welches sich mit dem Thema Beckenboden auseinandersetzt und funktionsgymnastische Übungen, in der der Beckenboden intregiert ist, zu belegen. Das Wiegenworkout und die Fitte-Mitte tun dies. Präventiv hilft es, bereits in der Schwangerschaft sich aktiv zu halten, z.B. mit Schwanger in Balance.
 
Bei Fragen zu diesem Thema kannst du dich gerne an mich wenden!
 
 
 
 
 
 
 
 

Tags: Sport, MamaWORKOUT, Rückbildung

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